Nach der knapp ausgegangenen Parlamentswahl in Schweden haben die Parteien mit Gesprächen über die Bildung einer neuen Regierung begonnen. Das Mitte-links-Bündnis unter Führung der Sozialdemokraten lag nach der Auszählung von 95 Prozent der Stimmen mit 176 Sitzen vor dem rechtsgerichteten Lager, das auf 173 Sitze kam.
Damit steht die sozialdemokratische Parteivorsitzende Magdalena Andersson vor der Aufgabe, eine mehrheitsfähige Regierung oder ein tragfähiges Bündnis zu organisieren. Die Verhandlungen dürften sich angesichts des knappen Abstands zwischen den beiden politischen Lagern schwierig gestalten.
Das vorläufige Ergebnis ist noch nicht endgültig. Die Auszählung der Stimmen aus dem Ausland soll am Mittwoch abgeschlossen werden. Erst danach steht fest, wie die Sitzverteilung im schwedischen Parlament abschließend aussieht. Eine Veränderung des Kräfteverhältnisses ist damit bis zur Veröffentlichung des Endergebnisses grundsätzlich noch möglich.
Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich für Andersson innerhalb des sozialdemokratisch geführten Bündnisses. Dort bestehen politische Differenzen zwischen den beteiligten Parteien. Wie diese Konflikte in den anstehenden Gesprächen überwunden werden können, ist offen.
Beide politischen Lager versuchen nun, ihre jeweiligen Mehrheiten abzusichern. Während das Mitte-links-Bündnis seinen knappen Vorsprung verteidigen muss, bemüht sich das rechtsgerichtete Lager darum, trotz des vorläufigen Rückstands Einfluss auf die Regierungsbildung zu gewinnen. Der Ausgang der Gespräche hängt daher sowohl vom endgültigen Wahlergebnis als auch von den Vereinbarungen zwischen den Parteien ab.