Österreich sieht sich für den kommenden Winter bei der Versorgung mit Öl und Gas gut vorbereitet. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) erklärte, die Versorgungslage sei derzeit gesichert. Nach seinen Angaben sind die Gasspeicher im internationalen Vergleich gut gefüllt. Österreich sei zudem in der Lage, bei Bedarf rasch zu handeln.
Die Einschätzung fällt in eine Phase steigender Gaspreise in Europa. Der europäische Gaspreis ist auf mehr als 80 Euro je Megawattstunde gestiegen. Damit wurde der höchste Stand seit Beginn des Iran-Kriegs erreicht. Die Entwicklung erhöht den Druck auf die Energiemärkte, auch wenn derzeit nach den vorliegenden Angaben keine unmittelbare Versorgungslücke in Österreich erwartet wird.
Nach Angaben der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control sind die heimischen Gasspeicher derzeit zu 67 Prozent gefüllt. Diese Zahl lässt sich unterschiedlich einordnen: Gemessen am durchschnittlichen Jahresverbrauch der vergangenen fünf Jahre entsprechen die vorhandenen Vorräte rund 87 Prozent. Damit fällt die Bewertung der Speicherreichweite höher aus, wenn der Verbrauch als Vergleichsmaßstab herangezogen wird.
Hattmannsdorfer bezeichnete Österreich angesichts dieser Ausgangslage als vorbereitet. Zugleich verwies er darauf, dass das Land bei einer veränderten Lage rasch reagieren könne. Konkrete zusätzliche Maßnahmen wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Auch in Deutschland werden derzeit keine Engpässe bei der Versorgung mit Öl und Gas erwartet. Die deutsche Bundesregierung beobachtet die weitere Entwicklung jedoch mit Sorge. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Preise für Diesel und Benzin.
Die steigenden europäischen Gaspreise und die Entwicklung an den Kraftstoffmärkten bleiben damit zentrale Faktoren für die Energieversorgung. Während Österreich und Deutschland die Versorgungslage aktuell als gesichert einschätzen, stellt der Preisanstieg eine zusätzliche Belastung für Haushalte und Unternehmen dar. Angaben zu möglichen Auswirkungen auf Verbraucherpreise oder zu weiteren politischen Maßnahmen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.