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Spritpreise in Deutschland erreichen neue Höchststände

E10 kostet im bundesweiten Durchschnitt 2,273 Euro, Diesel 2,404 Euro je Liter. Die Bundesregierung zeigt sich besorgt, während Forderungen nach einer Mehrwertsteuersenkung und einem Spritpreisdeckel auf Ablehnung stoßen.

Spritpreise in Deutschland erreichen neue Höchststände
Foto: KURIER

Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben am Wochenende neue Rekordwerte erreicht. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro. Für Diesel mussten Autofahrerinnen und Autofahrer durchschnittlich 2,404 Euro je Liter bezahlen. Damit wurden bei beiden Kraftstoffsorten neue Höchststände verzeichnet.

Der Tankstellen-Interessenverband hält angesichts der Entwicklung Preise von drei Euro je Liter in Deutschland für möglich. An Tankstellen entlang der Autobahnen sei diese Marke nach Angaben des Verbands bereits erreicht worden. Eine weitere Einschätzung zur Dauer oder zum möglichen Ausmaß des Anstiegs liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.

Die Bundesregierung verfolgt die Entwicklung nach eigenen Angaben mit großer Sorge. Zugleich seien derzeit keine Lieferengpässe zu erwarten. Damit wird zwischen den hohen Preisen an den Tankstellen und der Versorgungslage unterschieden: Während die Kosten für Benzin und Diesel deutlich gestiegen sind, geht die Bundesregierung aktuell nicht von einer Unterbrechung der Kraftstoffversorgung aus.

Der Tankstellen-Interessenverband kritisiert unterdessen die Mineralölkonzerne. Nach seinen Angaben stehen die Unternehmen im Mittelpunkt der Debatte über die Preisentwicklung. Der Verband fordert außerdem eine Senkung der Mehrwertsteuer, um die Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher zu verringern.

Auch politisch wird über Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise diskutiert. Die SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig drängt auf einen Spritpreisdeckel. Ein solcher Schritt würde eine staatliche Begrenzung der Preise bedeuten, konkrete Einzelheiten zu dem Vorschlag werden in den vorliegenden Informationen jedoch nicht genannt. Der CDU-Wirtschaftsrat lehnt weitere staatliche Eingriffe dagegen ab.

Parallel zu den Preissteigerungen in Deutschland ist der Rohölpreis auf bis zu 107 Dollar je Fass gestiegen. Als Hintergrund nennt der Bericht Angriffe der Huthi-Rebellen. Diese hätten zur Schließung einer wichtigen saudischen Ost-West-Pipeline geführt. Angaben dazu, wie lange die Schließung andauert oder welchen genauen Anteil sie an der Preisentwicklung hat, liegen nicht vor.

Die Rekordpreise führen damit sowohl zu wirtschaftlichen als auch zu politischen Reaktionen. Auf der einen Seite stehen Forderungen nach einer Entlastung durch eine Mehrwertsteuersenkung oder einen Preisdeckel. Auf der anderen Seite wird vor zusätzlichen staatlichen Eingriffen gewarnt. Die Bundesregierung beobachtet die Lage, rechnet nach eigenen Angaben derzeit aber nicht mit Lieferengpässen.

Für die Autofahrerinnen und Autofahrer bleibt die Preisbelastung damit zunächst auf einem historisch hohen Niveau. Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis für E10 am Wochenende bei mehr als 2,27 Euro je Liter, Diesel kostete mehr als 2,40 Euro. An Autobahntankstellen wurden nach Angaben des Interessenverbands bereits Preise von drei Euro je Liter erreicht.

Quelle: KURIER ↗