Berlin – Verteidigungsminister Boris Pistorius will bei der personellen Aufstellung der deutschen Brigade in Litauen auch auf verpflichtende Versetzungen zurückgreifen. Damit soll die Bundeswehr die für das Projekt benötigten Soldaten und zivilen Mitarbeiter gewinnen. Nach den vorliegenden Informationen ist die Brigade bislang personell nicht vollständig aufgestellt.
Die geplante Einheit soll bis 2027 einsatzbereit sein. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Verteidigungsministerium neben freiwilligen Meldungen offenbar auch auf verbindliche Personalentscheidungen. Einzelne Angehörige der Bundeswehr könnten damit verpflichtet werden, ihren Dienst künftig in Litauen zu leisten.
Wie viele Soldaten und zivile Beschäftigte derzeit für die Brigade fehlen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Ebenso liegen keine Informationen dazu vor, welche konkreten Dienststellen oder Personengruppen von den verpflichtenden Versetzungen betroffen sein könnten. Fest steht lediglich, dass die personelle Ausstattung des Projekts eine zentrale Herausforderung darstellt.
Die Brigade ist ein Vorhaben der deutschen Verteidigungspolitik und soll dauerhaft in Litauen aufgebaut werden. Für ihre Einsatzbereitschaft ist nicht nur militärisches Personal erforderlich. Auch zivile Mitarbeiter werden für die Aufstellung benötigt. Der Personalmangel betrifft damit nach den Angaben sowohl Soldaten als auch Beschäftigte außerhalb des militärischen Dienstes.
Mit dem Zeitplan bis 2027 steht die Bundeswehr unter dem Druck, die notwendigen personellen Voraussetzungen rechtzeitig zu schaffen. Die geplanten Versetzungen sind dabei ein Instrument, um den Bedarf zu decken. Ob und in welchem Umfang sie umgesetzt werden, ist in den vorliegenden Informationen nicht näher ausgeführt.
Die Entscheidung von Pistorius markiert zugleich einen Wechsel gegenüber einer ausschließlich freiwilligen Besetzung der Brigade. Die verfügbaren Angaben nennen jedoch keine Einzelheiten zu den Voraussetzungen, zum Ablauf oder zu möglichen Auswirkungen für die betroffenen Bundeswehrangehörigen.
Die deutsche Brigade in Litauen soll somit innerhalb der kommenden Jahre personell aufgestellt und bis 2027 einsatzbereit gemacht werden. Dafür müssen neben freiwillig gewonnenen Kräften auch verpflichtende Versetzungen als Möglichkeit berücksichtigt werden. Weitere Angaben zur Größe der Brigade, zu ihrem genauen Stationierungsort oder zu den konkreten Aufgaben liegen nicht vor.