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Österreichs Landwirtschaft meldet Dürreschäden von mehr als einer Milliarde Euro

Die österreichische Bundesregierung stellt wegen hoher Dürreschäden ein Hilfspaket von 240 Millionen Euro bereit. Zugleich sollen Versicherungszuschüsse steigen und landwirtschaftliche Betriebe besser auf Wetterextreme vorbereitet werden.

Österreichs Landwirtschaft meldet Dürreschäden von mehr als einer Milliarde Euro
Foto: KURIER

Österreichs Landwirtschaft ist von den Folgen der Dürre schwer getroffen. Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung belaufen sich die Schäden auf mehr als eine Milliarde Euro. Nahezu alle landwirtschaftlichen Kulturen seien betroffen gewesen. Für viele Betriebe beschränken sich die Auswirkungen damit nicht auf geringere Ernteerträge, sondern reichen bis in die laufende Bewirtschaftung hinein.

Besonders deutlich zeigt sich das bei der Futterversorgung. Eine Biobäuerin musste nach einer schlechten Futterernte Silomais im Wert von rund 25.000 Euro zukaufen. Zugleich verringerte sie ihren Viehbestand. Das Beispiel verdeutlicht, dass die Folgen einer Dürre auch nach der Ernte fortbestehen können, wenn selbst erzeugtes Futter nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Die Bundesregierung will die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe mit einem Hilfspaket im Umfang von 240 Millionen Euro unterstützen. Vorgesehen ist unter anderem ein teilweiser Erlass der Sozialversicherungsbeiträge. Damit sollen die finanziellen Belastungen für Betriebe in der aktuellen Krisensituation reduziert werden.

Darüber hinaus sollen die Zuschüsse zur Dürreversicherung steigen. Ab dem Jahr 2027 sollen Bund und Länder gemeinsam 65 Prozent der Versicherungsprämien übernehmen. Der bisherige Anteil liegt bei 55 Prozent. Die geplante Anhebung soll die Absicherung gegen Dürreschäden erleichtern und den Abschluss entsprechender Versicherungen attraktiver machen.

Landwirte und Experten fordern zugleich eine stärkere Anpassung der Landwirtschaft an zunehmende Wetterextreme. Eine wichtige Rolle können dabei humusreiche Böden spielen. Sie sind in der Lage, mehr Wasser zu speichern, und könnten dadurch dazu beitragen, die Auswirkungen trockener Bedingungen zu begrenzen. Die Forderung nach einer besseren Anpassung steht damit neben den kurzfristigen Hilfen und der geplanten stärkeren Unterstützung bei der Dürreversicherung.

Die Debatte betrifft auch den biologischen Landbau. Österreich weist den höchsten Anteil biologisch bewirtschafteter Flächen innerhalb der Europäischen Union auf. Gleichzeitig sind in der laufenden Förderperiode rund 1.000 Betriebe aus dem Biolandbau ausgestiegen. Die vorliegenden Angaben nennen dafür keinen einzelnen Grund. Der Rückgang fällt jedoch in eine Zeit, in der die Landwirtschaft zugleich mit Dürreschäden und steigenden Belastungen durch extreme Wetterlagen umgehen muss.

Mit dem Hilfspaket reagiert die Bundesregierung auf die bereits eingetretenen Schäden. Die geplante höhere Beteiligung an den Versicherungsprämien zielt zudem auf eine bessere finanzielle Vorsorge. Landwirte und Experten sehen darüber hinaus Handlungsbedarf bei den Bedingungen, unter denen landwirtschaftliche Flächen bewirtschaftet werden. Dazu gehört insbesondere die Fähigkeit der Böden, Wasser zu speichern.

Wie sich die Maßnahmen konkret auf einzelne Betriebe auswirken werden, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich. Fest steht jedoch, dass die Dürre in Österreichs Landwirtschaft erhebliche Schäden verursacht hat und in vielen Fällen auch die Futterversorgung sowie die Größe der Tierbestände beeinflusst. Die angekündigte Unterstützung soll die unmittelbaren Folgen abfedern, während Anpassungen an Wetterextreme langfristig an Bedeutung gewinnen.

Quelle: KURIER ↗