Die Unsicherheit über mögliche Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus wirkt sich zunehmend auf die globalen Energiemärkte aus. Nach Angaben von France 24 setzen Länder verstärkt auf Kohle, um ihre Abhängigkeit von Transporten durch die strategisch wichtige Meerenge zu verringern.
Nach Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die weltweite Nachfrage nach Kohle in diesem Jahr um 1,2 Prozent steigen. Damit könnte sie einen neuen Höchststand von 8,94 Milliarden Tonnen erreichen. Die Entwicklung steht demnach im Zusammenhang mit den Risiken, die sich aus einer möglichen Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ergeben.
Die Meerenge ist für den internationalen Transport von Energieträgern von Bedeutung. Angesichts der Unsicherheit über die Lage im Golf versuchen Länder laut dem Bericht, ihre Versorgung stärker abzusichern. Kohle gewinnt dabei als Ausweichoption an Bedeutung, weil sie die Abhängigkeit von Lieferungen durch die betroffene Seehandelsroute verringern kann.
Der Anstieg fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen den USA, Israel und Iran. Der Krieg der USA und Israels gegen Iran verstärkt nach der vorliegenden Einschätzung auch die Nutzung eines besonders umweltschädlichen Energieträgers. Die politischen und sicherheitsbezogenen Risiken im Golf wirken sich damit nicht nur auf den Schiffsverkehr, sondern auch auf die Zusammensetzung der weltweiten Energieversorgung aus.
Die von der IEA erwartete Zunahme der Kohlenachfrage steht zugleich für eine weitere Nutzung eines Energieträgers, der als besonders klimaschädlich gilt. Trotz der internationalen Bemühungen um eine weniger belastende Energieversorgung könnte die Kohle in diesem Jahr somit erneut an Bedeutung gewinnen.
Wie sich die Nachfrage weiterentwickelt, hängt nach den vorliegenden Informationen wesentlich von der Lage rund um die Straße von Hormus und den damit verbundenen Risiken für den internationalen Transport ab. Fest steht nach der IEA-Prognose jedoch, dass die globale Kohlenachfrage in diesem Jahr voraussichtlich einen Rekordwert erreichen wird.