Die schwedische Parlamentswahl bleibt nach dem vorläufigen Auszählungsstand offen. Nach der Auszählung von 93 Prozent der Stimmen kommt die von den Sozialdemokraten angeführte Mitte-Links-Opposition auf 176 der insgesamt 349 Mandate. Die Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Ulf Kristersson erreicht 173 Sitze.
Damit liegt das Oppositionslager knapp vor dem derzeit regierenden Mitte-Rechts-Bündnis. Der Abstand zwischen den beiden Lagern beträgt lediglich drei Mandate. Eine Entscheidung über die künftige Regierung ist damit jedoch noch nicht verbunden.
Die Regierungsbildung dürfte sich insbesondere wegen der unterschiedlichen Positionen innerhalb des Oppositionslagers schwierig gestalten. Zwischen der Linkspartei und der Zentrumspartei bestehen grundlegende politische Differenzen. Beide Parteien wären für eine mögliche Mehrheit der von den Sozialdemokraten angeführten Opposition von Bedeutung.
Zentrumspartei-Chefin Elisabeth Thand Ringqvist hatte bereits vor der Wahl erklärt, ihre Partei würde eher Neuwahlen in Kauf nehmen als einer Regierung mit Beteiligung der Linkspartei zuzustimmen. Damit schließt sie eine Zusammenarbeit unter den derzeit bekannten Bedingungen weitgehend aus.
Die Linkspartei wiederum verlangt im Gegenzug für ihre Unterstützung Ministerposten. Eine bloße Unterstützung einer Regierung ohne eigene Beteiligung scheint aus Sicht der Partei somit nicht auszureichen. Diese Forderung verschärft die Verhandlungen innerhalb des Oppositionslagers zusätzlich.
Ob die Mitte-Links-Parteien trotz ihrer Differenzen eine gemeinsame Regierung bilden oder sich auf eine andere Form der Zusammenarbeit verständigen können, ist daher offen. Auch das knappe Ergebnis erschwert eine klare Mehrheitsbildung. Nach Abschluss der Auszählung dürfte die Frage im Mittelpunkt stehen, welches Lager die erforderliche Unterstützung für eine Regierungsbildung organisieren kann.